Die Läufigkeit

Eigentlich ist es kein Hexenwerk, die Läufigkeiten einer Hündin unfallfrei zu überstehen. Wichtig ist vor allem, dass Sie Ihre Hündin kennen oder kennen lernen.

Die Hündinnen unterliegen ihrem hormonellen Zyklus und zeigen dies auch durch Wesensänderungen an, wobei diese Veränderungen unterschiedlich sein können. Die einen „powern“ vor der Läufigkeit auf, werden spätestens nach den deckbereiten Tagen ruhiger, die anderen machen es genau umgekehrt. Manche werden auch während der Deckbereitschaft sehr ruhig.

Äußerlich sehen Sie in den allermeisten Fällen, dass die Hündinnen anfangen ihr Fell zu verlieren, dann nach einigen Wochen mit dem Abhaaren aufhören. Jetzt können Sie sehen, dass die Vulva leicht anschwillt und ein paar Tage später finden Sie den ersten Blutstropfen, bzw. Sie machen die „Taschentuchprobe“.

Notieren Sie sich diesen ersten Tag der Läufigkeit im Kalender, damit Sie später den Rhythmus Ihrer Hündin nachvollziehen können.

Bereits vor dem sichtbaren Beginn wird die Hündin sich häufiger schlecken und während der Läufigkeit sowieso. Animieren Sie sie auch, die Tropfen auf dem Boden selbst zu entsorgen.

Die erste Woche der Läufigkeit ist von hellroten Blutstropfen geprägt. Wenn irgendwie möglich, vermeiden Sie eine Hose, rollen Sie lieber die Teppiche ein, damit es im Haus hygienisch bleibt. Die Hündinnen wollen sich selbst säubern, der Ausfluss ist nicht sehr heftig und die Hose bildet eine feuchte Kammer, in der alle Keime gedeihen können. Wenn unbedingt erforderlich, nehmen Sie eine alte Baumwollunterhose (Kindergröße), in die Sie ein Loch für die Rute schneiden und wechseln Sie sie häufig.

In dieser ersten Woche ist die Hündin noch nicht deckbereit.

Ab Beginn der zweiten Woche, kann die Deckbereitschaft beginnen. Es gibt einige Zeichen, die darauf hindeuten können. Der Ausfluss wird hell und weniger, wenn Sie die Hündin an der Rutenwurzel kraulen, nimmt sie die Rute zur Seite. Meist beginnen diese Zeichen aber erst am 12 – 13 Tag der Läufigkeit.

Trotzdem sollten Sie ab dem achten Tag Vorsicht walten lassen. Wenn Sie sich des Gehorsams nicht 100%ig sicher sind, nehmen Sie die Hündin an die Flexileine. Vielleicht fahren Sie auch mit ihr vom Haus weg zu einem anderen Spaziergebiet. Das vermindert die Zahl der interessierten Herren vor dem Gartentörchen. Empfehlenswert ist auch, befreundeten Rüdenbesitzern in der Nachbarschaft Bescheid zu sagen. Auch diese haben Aufsichtspflicht über ihre Rüden.

Die eigentlichen „Duldungstage“ sind bei den meisten Hündinnen zwischen dem 13. - 16. Tag, aber!!!!! es gibt eine gewisse Individualität. Sie können auch schon am 9. Tag einsetzen oder bis zum 20. Tag gehen. Deshalb lernen Sie Ihre Hündin bitte kennen. Insgesamt sind es aber nicht mehr als drei bis vier Tage.

Vor allem die ganz jungen Hündinnen wissen ja selbst noch nicht, wie ihnen geschieht. Ab der zweiten oder dritten Läufigkeit kennen sie sich aber  aus.

Zum Ausklang der Läufigkeit kann entweder der Ausfluss sofort ganz versiegen oder noch einmal richtig rot werden (ca. 2 Tage). Leider riechen die Damen jetzt immer noch sehr gut und müssen sich gegen die Rüden tüchtig zur Wehr setzen. Die älteren Hündinnen machen es meist so definitiv, dass die Rüden sich nicht mehr trauen, wenn aber eine junge Hündin das noch nicht so gut kann, dann helfen sie ihr, indem sie den Kontakt mit Rüden noch einige Tage vermeiden.

Sollte Ihnen während der kritischen Tage ein Rüde doch einmal zu nahe treten wollen, dann lassen Sie die Hündin sitzen und stellen sich über ihre Rückseite. Das war für mich schon mal ein probates Mittel und wenn ich entsprechend schimpfe, traut sich auch keiner mehr. Das waren aber immer Rüden, die ohne Begleitung unterwegs waren. Ansonsten warne ich schon aus der Ferne: „Vorsicht läufige Hündin!“ und dann sind die Rüdenbesitzer auch vorsichtig.

 U. Stickel