Hobbyzucht - Familienzucht

schließen sich nicht aus, sondern sind Voraussetzung für die Zucht im RZV für Hovawarthunde.

Züchter in unserem Verein haben selten mehr als ein bis zwei Zuchthunde und züchten nicht um „des Profits“ willen. Die Hunde leben in den Familien und die Welpen wachsen nicht in Zwingeranlagen, sondern in einem familiären Umfeld mit vielen Erfahrungen und Kontakten auf.

Unsere Züchter müssen viel leisten, bevor sie mit ihren Hovawarten züchten dürfen. Sie haben sich auf einer zweitägigen Züchterschulung genau zu informieren, wie Welpen nach modernen Erkenntnissen aufgezogen und geprägt werden. Die Wurfstätte, also der Ort, an dem die Mutterhündin ihre Welpen aufziehen soll, wird vor dem Deckakt von einem Zuchtwart überprüft, damit alles möglichst optimal gestaltet ist. Die Deckrüdenauswahl trifft der Züchter nach intensiver Beratung durch seinen Zuchtwart.

Zwischen den Würfen haben die Hündinnen eine ausreichend lange Pause, um sich wieder zu regenieren. Zeitgleich darf der Züchter nur mit einer Hündin züchten, damit gewährleistet ist, dass er dieser Hündin und ihren Nachkommen seine volle Aufmerksamkeit widmen kann.

Vorher haben die Zuchttiere selbst schon mindestens zwei Wesensüberprüfungen und drei Erscheinungsbildkontrollen bestehen müssen. Sie müssen gesunde Hüften haben und dies durch eine Röntgenaufnahme, die durch einen unabhängigen Gutachter bewertet wird, beweisen. Vor der ersten Zuchtverwendung ist eine Augenuntersuchung Pflicht und es dürfen keine Veränderungen am Auge vorhanden sein. Es darf nur mit völlig gesunden Hunden gezüchtet werden.

Sie sehen also, unsere Züchter nehmen viel auf sich, um gesunde und verhaltenssichere Welpen zu züchten. Es ist ihnen ganz wichtig, dass die Welpen in die richtigen Hände kommen, deswegen suchen unsere Züchter die Käufer der Welpen sehr genau aus und versuchen auch, die neuen Besitzer gut zu beraten. Denn schließlich möchten sie sicher sein, dass die Hundekinder auch noch geliebt werden, wenn sie einmal erwachsen sind. Dies alles geht nur in einem Verein, der die Bemühungen der Züchter unterstützt, Standards vorgibt und kontrolliert. So werden alle  Welpen dreimal von geschulten Zuchtwarten untersucht und bei der letzen Kontrolle genau auf einem Abnahmeprotokoll beschrieben, so dass der  Käufer sicher sein kann, dass keine Fehler verschwiegen werden.

Auf diversen Internet-Seiten finden Sie unter dem Stichwort Hobbyzucht-Familienzucht viele Angebote von Hovawart-Züchtern, die damit werben, dass sie nicht vereinsgebunden züchten. Dies erweckt oft den Eindruck, sie seien nun die wahren Hovawartliebhaber, die nur aus Freude am Hund züchten. Das Gegenteil ist meistens der Fall, es wird aus reiner Profitgier mit Hunden gezüchtet, die nie einer wirklichen Zuchttauglichkeitskontrolle unterzogen worden sind. Weder das Aussehen noch das Verhalten wird überprüft, die Gesundheit spielt keine Rolle und es werden wahllos Zuchtpartner mit einander verpaart. Eine Kontrolle der Welpen durch einen geschulten Zuchtwart findet hier ebenfalls nicht statt.

Wenn Sie einen Hovawart kaufen, möchten Sie dann nicht sicher sein, dass die Abstammung des Hundes wirklich nachgewiesen ist und dass die Elterntiere echte Hovawarte sind, die sich für die Zucht eignen, d.h. keine Fehler haben, die nach dem Standard des Hovawartes verboten sind? Sie möchten doch auch sicher gehen, dass die Eltern Ihres Welpen keine groben Verhaltensauffälligkeiten zeigen, vielleicht nicht gesund sind oder der Welpe selbst schon Mängel aufweist.

Wenn Sie einen Hovawart von einem Züchter, der einem Nicht-VDH-Verband angehört oder von einem nicht organisierten Züchter (eigentlich müsste man sagen Vermehrer) kaufen, müssen Sie damit rechnen, dass dies alles nicht der Fall ist. Oft sind die Papiere reine Phantasieprodukte und in Deutschland kann jeder seine eigenen „Papiere“ schreiben.

Leider entdecken viele Hovawart-Käufer dies alles erst, wenn sie den Welpen schon erworben haben. Die Enttäuschung ist dann oft groß, weil man feststellt, dass mit einem solchen Welpen zum Beispiel in unserem Verein, aber auch in keinem anderen Hovawart-Verein im VDH gezüchtet werden kann. Noch schlimmer aber ist, dass die Welpen oder später die erwachsenen Hunde durchaus schwere Mängel haben können und man weder vom Züchter noch von sonst jemandem Hilfe und Unterstützung bekommt.

Also, „Hobby- und Familienzucht“ (ohne seriösen Verein) heißt oft nichts anderes als Hunde zu vermehren, ohne sich irgendeiner Qualitätskontrolle zu unterziehen und ohne irgendwelche Garantien über das Produkt zu geben.

Würden Sie eine andere bedeutende Anschaffung für sich unter solchen Bedingungen machen – ich glaube nicht. Warum dann Ihren Freund fürs Leben, Ihren Hovawart.

 U. Stickel