Nachzuchtbeurteilung (NZB)

Das Wort dürfte Ihnen als neuem Hundebesitzer nicht unbekannt sein, vielleicht klingelt es auch schon in den Ohren. Ihr Züchter hat sie bestimmt auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht, wahrscheinlich auch schon zu einem bestimmten Termin eingeladen. Vielleicht hat er die Anmeldeformalitäten schon Wochen vorab für Sie erledigt und höchstwahrscheinlich wird er auch dabei sein und sie mit Rat und Tat unterstützen.

Jetzt stehen Sie an einem Samstag oder Sonntag mit Ihrem halbwüchsigen Hund, bewaffnet mit all seinen Papieren auf einem Hundeplatz. Ihrem Hund ist alles fremd und Ihnen wahrscheinlich auch. Bei der Anmeldung gehen Sie erst einmal aller Papiere verlustig, aber keine Angst, die geschäftige Person, bei der Sie sich angemeldet haben, wird sie gut behüten.

Ihr junger Hund wird natürlich jetzt alles zeigen, nur nicht das gute Benehmen, dass er ja eigentlich schon kann. Er zieht an der Leine, schnüffelt überall rum und ist mächtig aufgeregt. Am Besten, Sie gehen jetzt erst mal irgendwo abseits und lassen ihn die Aufregung abbauen und seine Geschäfte erledigen. Danach kann er ja wieder in sein „2. Wohnzimmer“, das Auto gebracht werden.

Sie selbst werden sicher zu einer Begrüßung und Erklärung des Ablaufes eingeladen werden. Sie lernen die wichtigen Menschen des Tages kennen, nämlich die Richterin/den Richter, die Organisatoren und die Leute, die assistieren, also später Ihren Hund messen wollen oder mit ihm spielen. Und dann geht es los. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Hund als erster beurteilt wird, ist ca. 1/20. Nutzen Sie die Zeit um sich die Präsentation anderer Kandidaten anzusehen und lassen Sie Ihren Hund ruhig etwas im Auto ausruhen.

Die NZB kennt kein „bestehen“ oder „durchfallen“, sondern nur „teilgenommen“.

Sie ist die Vorstellung eines jungen, absolut unfertigen Hundes, der durchaus zeigen darf, dass er noch nicht erwachsen ist. Sie soll Ihnen auf dem Weg zur Partnerschaft mit Ihrem Hund Anregungen und Hilfestellung geben. Gleichzeitig soll sie eine Information für Züchter und Zuchtverein sein, die ja der Fortführung und Verbesserung unserer Zucht verpflichtet sind.

In der Entwicklung ist natürlich auch ein großer Unterschied zwischen einem 7 Monate alten und 13 Monate alten Hund zu erkennen. Die Richter und Zuchtverantwortlichen wissen das und tragen dem Rechnung.

Es gibt zwei Punkte, zu denen Sie als Hundebesitzer vom ersten gemeinsamen Tag an entscheidend beitragen.

Lernen Sie mit Ihrem Hund richtig zu spielen. Die Welpenschulen des RZV werden Ihnen dabei helfen.

Lehren Sie Ihren Hund, sich überall und immer von Ihnen (und später auch von anderen Personen) anfassen zu lassen. Das ist für den täglichen Umgang enorm wichtig, z.B. könnte sich mal etwas in den Zähnen verhaken, es könnte sich auch mal ein Dorn in die Pfote spießen, es könnte eine Verletzung oder auch eine Zecke am Rücken oder an den Flanken sein, usw. Das angstfreie Umgehen mit der Inspektion wird Ihrem Hund sowohl beim Tierarzt als auch bei jeder Vorstellung des Hundes zugute kommen.

Alle anderen Punkte der Vorstellung Ihres „Halbstarken“ sollen keinen perfekt erzogenen Hovawart zeigen und seine Reaktionen sind auch nicht mit denen eines erwachsenen Hundes zu vergleichen. Das ist gut und richtig so.

Je stressfreier Sie mit Ihrem Hund umgehen, umso mehr helfen Sie ihm bei seiner ersten Vorstellung in der Öffentlichkeit.

Bitte scheuen Sie sich auch nicht, Fragen zu stellen, wenn Ihnen etwas unklar ist. Rund um die Veranstaltung gibt es immer Leute, die schon längere Erfahrung und Zeit haben, auch wenn sie nicht in das offizielle Geschehen eingebunden sind.

Wir wünschen Ihnen einen schönen und ereignisreichen Tag mit Ihrem jungen Hund.

 U. Stickel